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Luftaufnahme der Küste bei Cala Gonone auf Sardinien mit Bergen und Meer als StimmungsbildRATGEBER

Ab welchem Alter können Kinder klettern?

Diese Frage stellen uns Eltern am häufigsten. Die kurze Antwort: Klettern können Kinder sehr früh – aber was sie wann allein dürfen, hängt vom Alter, vom Können und von der Begleitung ab. Die folgenden Empfehlungen stammen vom Deutschen Alpenverein.

Die Frage, die Eltern wirklich umtreibt

Viele Eltern fragen sich nicht nur, ob ihr Kind klettern darf, sondern ab wann es das Sichern übernehmen kann und wann es ohne ständige Betreuung in der Halle klettern darf. Diese beiden Punkte sind es, bei denen eine altersbezogene Einschätzung hilft – denn sie entscheiden über die Sicherheit.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat dazu klare Empfehlungen veröffentlicht, an denen man sich als Eltern gut orientieren kann. Sie sind im Folgenden zusammengefasst.

Die Altersstufen im Überblick

Als ideales Einstiegsalter für das Bouldern und das Toprope-Klettern gelten etwa sechs Jahre. Ab diesem Alter können Kinder die ersten Bewegungen an der Wand spielerisch erlernen.

Ab etwa acht Jahren können Kinder unter Aufsicht selbst sichern. „Unter Aufsicht“ bedeutet: Eine erwachsene, klettererfahrene Person ist unmittelbar dabei und kontrolliert jeden Handgriff.

Selbstständiges Sichern ohne Kontrolle und Betreuung wird erst ab etwa 14 Jahren empfohlen. Vorher fehlt den Kindern in der Regel die nötige Aufmerksamkeitsspanne und Körperkontrolle, um diese verantwortungsvolle Aufgabe allein zuverlässig auszuführen.

Warum Bouldern der einfachste Einstieg ist

Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe über dicken Matten, ohne Seil und ohne Sicherungspartner. Für Kinder ist das der natürlichste Zugang: Sie können einfach losklettern, ausprobieren und wieder abspringen.

Solange Kinder ausschließlich bouldern, hält sich zudem der Materialaufwand in Grenzen. Es reicht eine erste Orientierung in der Halle, ohne dass man gleich eine komplette Seil-Ausrüstung beschaffen muss.

Aufsichtspflicht

Kinder klettern nicht „allein“. Auch wer schon selbst sichern kann, tut das unter Aufsicht einer erfahrenen Person. Diese Aufsichtspflicht lässt sich nicht an das Kind delegieren – sie bleibt bei den begleitenden Erwachsenen.

Dazu gehören der Partnercheck vor jeder Tour, die Kontrolle des korrekten Anseilens und die Aufmerksamkeit während des gesamten Kletterns. Wer sein Kind an die Wand lässt, ist verantwortlich dafür, dass diese Begleitung gesichert ist.

Gurt und Helm nach Alter

Kinder unter etwa fünf Jahren brauchen einen Komplettgurt, der sie im Sturz aufrecht hält. Ältere Kinder können einen Hüftgurt tragen, sobald ihr Körpergefühl entsprechend entwickelt ist.

In der Halle ist ein Helm nicht nötig. Am Fels draußen sieht das anders aus – dort ist ein Helm je nach Wandbeschaffenheit empfohlen.

Was Sie vor Ort erfragen sollten

Angebot, Mindestalter und die genauen Regeln für das Sichern sind je Kletterhalle und Verein unterschiedlich. Die hier genannten Altersangaben sind Empfehlungen des Deutschen Alpenvereins – verbindlich ist immer, was Ihre jeweilige Halle oder Ihr Verein vor Ort vorgibt.

Fragen Sie dort direkt nach: ab welchem Alter Kinderkurse angeboten werden, wann das selbstständige Sichern erlaubt ist und welche Begleitung erforderlich ist. Am besten dort, wo Ihr Kind später auch klettern wird.