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Felswand mit Blick ins Tal als Stimmungsbild für sicheres Klettern am FelsRATGEBER

Sicher klettern mit Kindern: Worauf Eltern achten sollten

Sicherheit beim Kinderklettern hat zwei Seiten: die organisatorische – Aufsicht, Partnercheck, Material – und eine medizinische, die viele unterschätzen. Letztere betrifft die Wachstumsfugen. Die Angaben dazu beruhen auf sportmedizinischen Empfehlungen.

Organisatorische Sicherheit

Die Grundlage ist eine durchgehende Aufsicht durch eine erwachsene, klettererfahrene Person. Diese Aufsicht lässt sich nicht an das Kind delegieren – sie bleibt bei den Begleitenden.

Vor jeder Tour steht der Partnercheck: Ist der Gurt korrekt geschlossen? Ist richtig angebunden? Sitzt der Karabiner am Sicherungsgerät? Erst wenn das geklärt ist, geht es an die Wand.

Zur Materialkontrolle gehört, vor jeder Nutzung zu prüfen, ob Seil, Gurt, Karabiner und Sicherungsgerät einwandfrei sind. Beschädigte Teile werden nicht benutzt.

Am Fels draußen gehört ein Helm zur Grundausrüstung – je nach Wandbeschaffenheit ist er dringend empfohlen. In der Halle ist er nicht nötig.

Wachstumsfugen: der Punkt, den viele unterschätzen

Bei Kindern und Jugendlichen sind nicht Sehnen und Bänder das Hauptproblem, sondern die Wachstumsfugen. Diese Knorpelzonen an den Knochenenden bleiben bis etwa 17 bis 19 Jahre offen und sind die verletzlichsten Strukturen im wachsenden Skelett.

Besonders heikel sind die Wachstumsschübe – bei Mädchen etwa zwischen 9 und 12 Jahren, bei Jungen etwa zwischen 11 und 14 Jahren. In diesen Phasen ist das Skelett besonders empfindlich.

Als besonders risikoreich gelten drei Dinge:

  • Der geschlossene Aufleger, also die Crimp-Griffart: Dabei wirkt das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts auf einzelne Fingerstrukturen.
  • Training am Campusboard.
  • Klimmzüge mit Zusatzgewicht.

Diese drei sollten vermieden werden, solange die Wachstumsfugen nicht geschlossen sind.

Schmerz als Warnsignal

Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal. Bei Schmerzen während des Trainings sollte sofort abgebrochen werden – nicht „noch eine Route“.

Halten Beschwerden länger als eine Woche an, gehört das ärztlich abgeklärt. Zuwarten ist bei wachsenden Knochen keine gute Strategie.

Tape kann kurzfristig stabilisieren, überdeckt aber Warnsignale und erzeugt trügerische Sicherheit. Es ist kein Ersatz für Schonung oder ärztliche Abklärung.

Was vorbeugend hilft

  • Offene Griffhaltung bevorzugen statt geschlossener Crimps.
  • Kein Campusboard vor Schluss der Wachstumsfugen.
  • Intensive Bouldereinheiten begrenzen.
  • Technik und Kraft abwechseln statt nur hart trainieren.
  • Auf Körpersignale hören – Schmerz heißt Stopp.

Dieser Artikel ersetzt keine Kletterausbildung

Die Hinweise hier dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine Kletterausbildung und keine sportmedizinische Beratung. Kinder sollten draußen am Fels nur mit erfahrenen Begleitpersonen oder mit ausgebildeten Guides klettern.